Die durch den Kanton in Auftrag gegebenen Studien wurden von der Firma New Energy Scout GmbH (Winterthur) ausgeführt. 

Nach dem Studium der beiden Artikel sind folgende Punkte aufgefallen:

 

- Alle Windpotenialgebiete (TG) und erstellten Kartographien wurden  nach einem Berechnungsmodell WAsP erstellt. Der Studienersteller bezeichnet das Modell als eigentlich nicht geeignet, da Aufgrund der geographischen Verhältnisse ( Strömungen / Turbulenzen etc.) nicht verlässliche Daten entstehen und diese nur sehr eingeschränkt gelten. Auf ein offensichtlich besser geeignetes Model (CFD) wurde verzichtet. (Zu aufwendig und teuer?).

Der Auftraggeber hat jedoch die Studie trotz allem so in Auftrag gegeben.

 

-Die aufgeführten Messstationen sind kartographiert und beschrieben: Meteoschweiz ; meteomedia, Fa. Agenda AG; Deutsche und Österreichische Messstationen, Newenergy-Scout 

Nahezu die meisten werden dann aber als ungeeignet definiert, da die Messdaten unzuverlässig sind (Bodennähe 10 Meter; inkonstante Messungen).

 

-Newenergy-Scout stützt sich dann auf eigene Messungen (siehe Karte in den Studien), welche im Durchschnitt 10-12 Wochen Messdauer aufwiesen (4 Stationen) und dies auch noch zu unterschiedlichen Jahreszeiten.

Um alles besser zu korrelieren, werden eigene Messdaten aus dem Kanton Schaffhausen (Randenhus, 48 Monate; 65 m. Messhöhe) und eine Meteoschweiz-Station aus dem Süden von Zürich (Uetliberg 162 m / 189 m Messhöhe) dazugemischt.

Daraus wurde dann die Studie (geschmiedet?)…kalkuliert. Es wurden Korrelationseffiizienz-Faktoren berechnet, welche Mittelwerte und zeitlich, prospektive Langzeit-Windpotentialdaten ergaben, welche abschließend als plausibel mit den aus der Studie ausgeschlossenen Daten der Meteoschweiz, Meteomedia usw., erklärt wurden.

 

-Faktoren der Wirtschaftlichkeit / Kosten werden als sehr variabel / schwer einschätzbar / nur geschätzt …definiert

Trotz allem sind die geschätzten Investitionskosten und Unterhaltskosten bereits ca 25-30 % gestiegen.

 

-Die Effizienz der Anlagen ist absolut unsicher . Bei einem „schwachen bis mittelstarkem Windgebiet" müssen grosse Anlagen erbaut werden, welche überhaupt einen wirtschaftlichen Faktor kreieren lassen. Es bedarf aber dabei hohen Subventionszuschüssen, damit man ein solches Projekt im TG überhaupt realisieren kann.

 

Sichtbarkeit der Anlagen ist zwar ein grosses Thema, spiegelt aber insbesondere in Salen-Reutenen nicht die Realität wieder. Das wird wahrscheinlich an den anderen Standorten ähnlich sein. Grossanlagen lassen sich nicht verstecken. Auch nicht im Wald. Die Sichtbarkeit wird einfach herausgestrichen.

 

Gesundheitliche Aspekte sind marginal abgebildet. Die Ausbreitung des Schattenwurfs ist natürlich abhängig von der Anlage und Flügelgröße wird aber auf eine bestimmten Raum festgelegt ( 1, 5 km) 

Mögliche Gesundheitsstörungen durch Infraschall gibt es in der Studie nicht.

Weitere Aspekte der Einschätzungen sind zum Teil nicht neutral, sondern subjektiv wertend beurteilt

 

Kann der Kanton sich bei einen solchen relevanten Thema, welches neben allen ökologischen, gesellschaftlichen und kulturellen Faktoren noch mehrere 100 Millionen CHF kosten wird , auf eine solche Studie ( Teil I und II) stützen?

Das verlangt eine Prüfung durch einen Mathematiker / Statistiker zum eigentlichen Studiendesign und eine Einschätzung des Ergebnisses mit entsprechenden Schlussfolgerungen.

© 2018. Pro Salen-Reutenen.